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Mimi Rutherfurt und die Fälle ... 1

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Mimi Rutherfurt und die Fälle ... (1)

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Zwei gelungene Krimis, leider aber auch ein Aussetzer
Alte Zeiten ist ein schöner Krimi, ganz im Stil von Miss Marple, der mich gut unterhalten hat. Große Überraschungen und Wendungen gibt es zwar nicht, aber trotzdem ist der Fall durchaus spannend und lädt zum Mitermitteln ein. Hinzu kommen noch die kleinen Wortgefechte zwischen Mimi und dem neuen Inspector. Insbesondere Mimis Talent, schlussendlich doch das letzte Wort zu haben, hat mich oft schmunzeln lassen.

Diese Geschichte ist mein Favorit dieser Box. Der Fall ist um einiges spannender als Alte Zeiten. Schon alleine deshalb, weil schnell die Gewissheit besteht, dass der Mörder noch im Zug sein muss und weil Verbrecherjagden auf solch begrenztem Raum eben ihren ganz speziellen Reiz haben, da ist die Bedrohung allgegenwärtig. Zudem bietet einem die Geschichte gleich mehrere potenziell verdächtige Personen. Ihre Aussagen und die Fakten, die Mimi und der Inspektor sammeln, lassen einen schnell vergnügt an dem Fall mitknobeln. Auch bei dieser Geschichte gibt es ein besonderes Lob für den feinsinnigen Humor.

Nachdem es Maureen Butcher und Bernd Sachtleben mit ihren Geschichten gelungen ist, den Stil und Charme von Miss Marple für Mimi Rutherfurt einzufangen, frage ich mich doch, was Ellen B. Crown sich mit Puppenspieler gedacht hat. Mimi Rutherfurt in der Karibik auf der Spur einer Voodoo-Königin? Mimi Rutherfurt ist keine Geisterjägerin, sondern Hobby-Detektivin. Sie gehört nach England, wo sie Mörder, Räuber und solcherlei kriminelles Volk überführt. Von solchen Experimenten sollten die Autoren künftig absehen.

Gisela Fritsch als Mimi Rutherfurt ist schlicht eine exzellente Wahl. Wenn man ihr zuhört, dann sieht man die rüstige Dame sofort klar vor sich, so muss das sein.
Bernd Vollbrecht (Inspektor Brewster) und Udo Schenk (Inspector Thorndike) haben mir ebenfalls sehr gefallen. Sie bringen beide äußerst glaubhaft ihre anfängliche Genervtheit wegen Mimi, aber auch ihre Gewissenhaftigkeit in ihrem Beruf rüber.

In Sachen Musik setzt man überwiegend auf die Filmmusik von Miss Marple, die den Hörspielen den passenden Anstrich verpasst. Man hört sie ersten Klänge und fühlt sich sofort nach England und an Mimis Seite versetzt.

Eine Box mit drei CDs und einem Filmbild von Margaret Rutherfurt auf dem Cover, innen ein zweiseitiges Booklet mit den Sprecherlisten und...
Nichts und, da kann man die Box noch so oft drehen und durchsuchen, es bleibt dabei: die Ausstattung ist recht dürftig.


Fazit: Alte Zeiten und Nachtexpress sind zwei schöne Krimis im Fahrwasser von Miss Marple. Wer Miss Marples Fälle mag, der sollte auch Mimi Rutherfurt ein Ohr gönnen.
Über Puppenspieler sehe ich mal großzügig hinweg und hoffe, so etwas kommt nicht wieder vor.
 
  Harmlose und geradlinige Krimiunterhaltung im Stil von Miss Marple
Für die neuen Fälle der Hobby-Detektivin wurden drei versierte Hörspielautoren verpflichtet, die bereits mannigfaltige Erfahrungen im Bereich Krimi gesammelt haben. Ben Sachtleben beispielsweise ist für viele SHERLOCK HOLMES-Adaptionen für Maritim verantwortlich und Ellen B. Crown schreibt die Serie HERCULE FLAMBEAUS VERBRECHEN. Neu im Team ist Maureen Butcher, die zugleich die erste Geschichte schrieb. Alte Zeiten ist eine gute, geradlinige Story im bewährten Miss-Marple-Stil, auch wenn es keine großen Überraschungen gibt. Der anfänglich sehr arrogante Polizeiinspektor, wird am Ende, nachdem er sich von den kriminalistischen Qualitäten Mimi Rutherfurts überzeugen durfte, sehr viel zugänglicher. Nacht-Express ist eine kleine Hommage an Agatha Christies 16 Uhr 50 ab Paddington und natürlich an die großartige Verfilmung mit Margaret Rutherford, die für diese Hörspielserie unverkennbar Pate stand. Im Hörspiel macht Mimi Rutherfurt natürlich die Bekanntschaft mit einem weiteren Inspektor, der kongenial gesprochen wird von Udo Schenk, und stolpert ebenso zufällig in einen neuen undurchsichtigen Mordfall, in dem die ältere Dame abermals die Nase vorn hat. Die Handlung ist äußerst unterhaltsam und auch witzig in Szene gesetzt worden, dürfte aber Krimifans vor keine großen Rätsel stellen. Sehr viel unheimlicher und düsterer geht es in der Folge Puppenspielerin zu, in der Ellen B. Crown, die nostalgische Atmosphäre der Miss-Marple-Krimis mit den bizarren Riten eines okkulten Voodoo-Kultes mixt. Ob es logisch ist, dass sich der britische Geheimdienst an eine alte Dame wendet, um die Kohlen aus dem Feuer zu holen sei einmal dahingestellt. Nichtsdestotrotz macht die Folge sehr viel Spaß und vor allem die Überleitung zwischen der Einführung und der Titelmusik (Original Soundtrack der Miss Marple-Filme) ist genial. Mit Milow Chisholm, gesprochen von Peter Weis, gibt es auch einen angemessenen Sidekick a la Mr. Stringer. Mimi Rutherfurt wird wie gewohnt von Gisela Fritsch gesprochen, die zwar nicht den Charme einer Agnes Windeck (deutsche Synchronstimme von Margaret Rutherford) erreicht, aber ihre Rolle dennoch augenzwinkernd und humorvoll zum Besten gibt. Nur zu Beginn der ersten Folge, Alte Zeiten, wäre ein wenig mehr Entsetzen und Betroffenheit in der Stimme angebracht gewesen. Hier agierte die Mimin zu kühl und unnahbar. In weiteren Rollen sind Hörspielgrößen wie Peter Groeger, Bernd Vollbrecht, Arianne Borbach, Klaus Dieter Klebsch und Michael Iwannek zu hören. Ein kleines Highlight ist die Rolle der Voodoo-Queen Shawna Diluvienne, gesprochen von Karin Eckhold. Die Effekte und Geräusche sind von guter Qualität und wirken recht authentisch. Für die musikalische Untermalung wurde auf die original Filmmusik der Miss Marple-Filme zurückgegriffen, die von dem Fenn Music Service zur Verfügung gestellt wurde. Alles in allem bilden die neuen Fälle solide und kurzweilige Hörspielunterhaltung.
 
Mimi Rutherfurt und die Fälle... - Box 1
Mimi Rutherfurt und die Fälle... - 1. Alte Zeiten

Erster Eindruck: Mimi Rutherfurt reloaded

An einem kalten Winterabend möchte Mimi Rutherfurt ihren alten Freund Mr. Crawford besuchen, findet ihn jedoch tot in seinem Haus auf. Alles deutet auf einen Selbstord hin, doch die kriminalistische Dame will daran nicht glauben, weswegen sie der neue Inspector nicht ernst nimmt. Doch ein altes Foto enthält wichtige Hinweise...

Einen Neustart legt eine der Maritimen Krimiserien in diesem Jahr hin: Aus "Mimi Rutherfurt ermittelt..." wird "Mimi Rutherfurt und ihre Fälle...". Hinter diesem Namenswechsel steht eine Reihe von Veränderungen. So werden die Folgen zukünftig nicht mehr einzeln erhältlich sein, sondern in Boxen zu je drei CDs veröffentlicht. Auch ist nicht mehr nur ein Autor verantwortlich, in dieser ersten Box sind gleich drei verschiedene vertreten. In "Alte Zeiten" beschreibt Maureen Butcher den Tod eines alten Freundes von Mimi Rutherfurt - und kann dabei den ganzen Charme der Hauptperson erfassen. Auch storytechnisch hat dieser Wechsel äußerst gut getan, denn diese ersten Folge ist nicht nur spannend und unterhalsam, sondern weist auch die Fehler der letzten Folgen - wie die teils unverständlichen Szenenwechsel und den unlogischen Aufbau einiger Folgen - nicht mehr auf. Vielmehr kommt ein auf das Wesentliche reduzierte und interessanter Kriminalfall heraus, der mit seinen recht langen, aber kurzweiligen Dialogen von meist nur zwei Personen einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Großes Lob, hier wurde vieles richtig gemacht!

Gisela Fritsch ist uns als Mimi Rutherfurt erhalten geblieben und spricht weiterhin mit ihrer warmen, kratzigen Stimme die sympatische und exzentrische Dame voller Gefühl und Humor. Der neue Inspector in ihrem Bezirk heißt Brewster und wird von Bernd Vollbrecht ebenso professionell wie engagiert gesprochen. In einigen Szenen ist auch Peter Groeger als Colonel Rollins zu hören, der Mimi Rutherfurt bei ihren Recherchen hilft. Auch er bringt seine warme Stimme wunderbar zur Geltung und hinterlässt einmal mehr einen positiven Eindruck. Weitere Sprecher sind Arianne Borbach, Klaus-Dieter Klebsch und Christian Tobernetz.

Die Titelmelodie ist weiterhin eine Hommage an die großartigen Miss Marple-Filme, an die schließlich auch die Serie angelehnt ist. Trotzdem besteht hier immer noch große Verwechslungsgefahr. Ansonsten ist die Musik ein angenehmer Faktor im Hintergrund, der die Sprecher unterstützt ohne sie wegzudrängen.

Optisch hat sich die Serie deutlich verändet. Zwar ist wieder ein schwarz-weißes Foto aus einem der Miss Marple-Filme zu sehen, die Farbgebung hat allerdings von einem Gelb zu einem gedeckten Grün gewechselt, was wesentlich ruhiger wirkt. Die Aufmachung des Booklets ist weiterhin sehr schlicht und listet lediglich die Sprecher auf.

Fazit: Neustart geglückt, "Alte Zeiten" ist ein klassischer und spannender Kriminalfall mit liebenswürdigem Hauptcharakter geworden.

Diese Folge ist nur in der ersten "Mimi Rutherfurt ermittelt..." Box erhältlich, die die ersten drei Folgen enthält.

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Mimi Rutherfurt und die Fälle... - 2. Nacht-Express

Erster Eindruck: Mord auf Schienen

In einem Zugabteil lernt Inspector Thorndike seine Mitfahrerin, die rüstige und Krimiinteressierte Rentnerin Mimi Rutherfurt, eher unfreiwillig kennen. Doch eine weitere unangenehme Überraschung wartet auf ihn, denn in einem anderen Abteil findet Miss Rutherfurt eine Leiche. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn in ein paar Stunden hat der Zug sein Ziel erreicht und der Täter kann sich aus dem Staub machen...

Auch die zweite Folge nach dem Neustart der Reihe um Mimi Rutherfurt des Dortmunder Labels Maritim entpuppt sich als kleine Perle innerhalb der Krimilandschaft. Verantwortlich für das Buch ist Ben Sachtleben, der es sehr gut versteht, eine interessante Situation für einen Mord zu schaffen und diese konsequent und unterhaltsam weiterzuführen. Schon zu Beginn der Folge, in der sich Inspector Thorndike und Mimi Rutherfurt kennen lernen, ist mit witzigen Stellen und einer genauen Darstellung der Charaktere absolut gelungen. In gemütlichem Tempo - dabei niemals langweilig - wird danach die Ermittlungsarbeit erzählt, in der sich Thorndike und Mimi Rutherfurt immer wieder ergänzen, die alte Dame aber immer wieder auftrumpfen kann. Ein interessanter Aspekt ist, dass einige Szenen eher aus der Perspktive von Thorndike erzählt werden, Mimi Rutherfurt dabei nie in den Hintergrund tritt. Auch Nummer zwei nach dem Neustart stellt also eine wesentliche Verbesserung dar und ist absolut empfehlenswert.

In der Rolle des Inspector Thorndike ist Udo Schenk zu hören, der den genervten Polizisten besonders in der Anfangsszene mit trockenem Humor versieht, aber auch ansonsten eine tadellose Leistung abliefert. Auch Arianne Borbach spricht als Miss Hendrix mit und versieht ihre einprägsame Stimme mit neuen Nuancen, um ihrem Charakter gerecht zu werden. Der Part des Schaffners wird von Michael Iwannek übernommen, der eine ebenso hohe Qualität abliefert. Weitere Sprecher sind Daniela Hoffmann, Christian Tobernetz und Klaus-Dieter Klebsch.

Musikalisch hält die Serie am Standart der ersten Episoden fest, was durchaus kein Nachteil ist: Die Musik ist harmonisch und passt gut zu der vermittelten Stimmung. Positiv anzumerken ist, dass die Szenenübergänge sanfter und fließender gestaltet sind, nicht mehr negativ auffallen oder sogar für Verständnisschwierigkeiten sorgen.

Optisch hat sich die Serie deutlich verändet. Zwar ist wieder ein schwarz-weißes Foto aus einem der Miss Marple-Filme zu sehen, die Farbgebung hat allerdings von einem Gelb zu einem gedeckten Grün gewechselt, was wesentlich ruhiger wirkt. Die Aufmachung des Booklets ist weiterhin sehr schlicht und listet lediglich die Sprecher auf.

Fazit: Hier gibt es nichts zu kritisieren, Mimi Rutherfurt und ihr Fall im Nacht-Express ist ruhige Krimiunterhaltung mit Pfiff.

Diese Folge ist nur in der ersten "Mimi Rutherfurt ermittelt..." Box erhältlich, die die ersten drei Folgen enthält.

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Mimi Rutherfurt und die Fälle... - 3. Puppenspielerin

Erster Eindruck: Karibischer Voodoo-Zauber

Ein ganz spezieller Fall wartet auf Mimi Rutherfurt, die Rentnerin mit dem Hang zur Detektivin: Ein Mitarbeiter des Secret Service bittet sie um Mithilfe in der Karibik, wo ein Agent verschwunden ist. Denn dort treibt eine unheimliche Voodoo-Königin ihr Unwesen...

Die erste Dreierbox der "Mimi Rutherfurt und ihre Fälle..." komplettiert die Geschichte um die "Puppenspielerin". Mit einem furiosen Intro wird dem Hörer die Folge schmackhaft gemacht - die Voodoo-Königin findet in dem Agenten des Secret Service ein neues Opfer. Sehr atmosphärisch und gruselig ist diese Szene ein sehr gelungener Opener. Die nachfolgende Szene beginnt dann recht ruhig, steigert sich aber zu einem amüsanten Abstecher, in dem die liebgewonnene Hauptfigur wieder mit ihrer Persönlichket glänzen kann. Schön, dass auch Ellen B. Crown den Charme der Mimi Rutherfurt einfangen konnte! Immer weiter kann die Folge begeistern und lässt auf ein spannendes Finale hoffen - bis zu dem Zeitpunkt, in dem Mimi Rutherfurt in die Karibik fliegt, denn dann ist alles recht schnell vorbei, die aufgebaute Spannung fällt in sich zusammen, die Geschichte kann sich nicht vollends entfalten. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es sich um ein Krimihörspiel handelt, da keinerlei Recherchen betrieben werden. Diese Folge ist also nicht ganz so stark wie die anderen beiden der Box, überzeugt aber trotzdem mit einem extrem starken Anfang und einer schönen Atmosphäre.

Als Mr. Elphram, dem hilfesuchenden Inspector, ist Frank-Otto Schenk zu hören, der mit markanter Stimme für eine glaubhafte Gestaltung des Charakters sorgt. Als Voodoo-Göttin Shawna Diluvienne steht Karin Eckhold in dieser Folge für gruselige Stimmung und lässt ihren Charakter mächtig und gnadenlos erscheinen. Einen herrlich komischen Auftritt hat Michael Iwannek als überforderten Postbeamten, der sehr abwechslungsreich geworen ist. Weitere Sprecher sind Udo Schenk, Peter Weis und natürlich die fabulöse Gisela Fritsch als Mimi Rutherfurt.

Die Musik in diesem Hörspiel kann besonders an den Stellen mit der Voodoo-Zauberin überzeugen. Dank glaubhafter Klänge fühlt man sich in die Karibik versetzt und spürt förmlich die Bedrohung, die von ihr ausgeht. Ansonsten ist wieder die altbekannte Atmosphäre zu hören, die so herrlich schrullig klingt wie Mimi Rutherfurt selbst.

Optisch hat sich die Serie deutlich verändet. Zwar ist wieder ein schwarz-weißes Foto aus einem der Miss Marple-Filme zu sehen, die Farbgebung hat allerdings von einem Gelb zu einem gedeckten Grün gewechselt, was wesentlich ruhiger wirkt. Die Aufmachung des Booklets ist weiterhin sehr schlicht und listet lediglich die Sprecher auf.

Fazit: Leider hat mich diese Folge nicht vollends überzeugen können, die gebotene Atmosphäre und die liebenswerten Charaktere machen es dennoch hörenswert.

Diese Folge ist nur in der ersten "Mimi Rutherfurt ermittelt..." Box erhältlich, die die ersten drei Folgen enthält.